Geschichte Spitsbergen Tours und terra polaris

Bilder aus den wilden Anfangsjahren: Mit diesem - damals sehr hochwertigen - "Caravan Keb 3" Firstzelt ging es 1986 mit einer kombinierten privaten Paddel- und Wandertour los,
... Spitsbergen Tours entstand, die ersten Jahre nur mit Sommerbasis auf dem Campingplatz und Büro in Kiel.
Dann kamen ein Wohncontainer und eine winzige Hütte (Bild) hinzu, bevor ab 1991 solidere Räumlichkeiten ganzjährig angemietet wurden.
1993: Erste eigene Autos - ein alter VW-Bus, und ein noch älterer MB 207, der wegen seiner gewagten Farbgebung in Longyearbyen als Hippie-Auto bezeichnet wurde. Nach ein paar Jahren an die Russen in Barentsburg verschenkt, diente er dort als "Flughafenbus" (Bild).

1986 besuchte ich Spitzbergen erstmalig über einen langen Sommer, gefüllt mit Wander- und Paddeltouren, wobei sich sehr rasch auch die Grenzen solcher Reisen auf eigene Faust trotz umfangreicher Vorbereitung zeigten. Den Flughafen gab es erst wenige Jahre. Die wenigen Touristen an Land hatten im völlig von der Kohle beherrschten Longyearbyen für die Einheimischen eher exotischen Unterhaltungswert, als Quartier gab es für sie lediglich den sommerlichen Campingplatz, und im Ort fast nichts zu kaufen – die noch allmächtige Grubengesellschaft sah den Tourismus eher skeptisch als potentiellen Störfaktor für ihre Aktivitäten. Aber diese für Mitteleuropäer kaum vorstellbare riesige Wildnis hatte mich gefangen.

Zu derZeit gab es in ganz Spitzbergen noch keinen einzigen örtlichen Reiseveranstalter. Nach meinem zweiten Spitzbergensommer 1987, entschloss ich mich, die erste in Spitzbergen registrierte Touristikfirma zu gründen: "Spitsbergen Tours", eingetragen 1987 im damals zuständigen Handelsregister Tromsö, und im darauf folgenden Winter erschien die erste Buchausgabe meines Spitzbergen Reiseführers mit damals noch bescheidenen 150 Seiten im Conrad Stein Verlag.
Die ersten 3 Sommer bestand unsere bescheidene Basis nur aus ein paar Zelten auf Longyearbyen Camping, und unser Programm überwiegend aus sehr anspruchsvollen langen Trekkingtouren. Ab 1989 kamen Spätwinteraktivitäten und feste Räumlichkeiten, sowie die englische Ausgabe des Spitzbergen-Reiseführers bei einem britischen Verlag hinzu, außerdem Logistik für Film- und Forschungsprojekte, und seit 1991 ist Longyearbyen unser Hauptsitz.
Ab 1989 setzte Norwegen auch offiziell auf einen begrenzten Landtourismus in Spitzbergen, so dass weitere kleine Spezialisten und die ersten festen touristischen Unterkünfte in Longyearbyen entstanden. Gleichzeitig stiegen bei uns die Anfragen nach allen möglichen anderen Reisearten neben dem Trekking – für Spitzbergen, aber auch Grönland, Antarktis, und bald auch die russische Arktis. Meiner Überzeugung nach kann niemand Alles in guter Qualität machen, und gleichzeitig ist für die Reiseinteressenten etwa in Mitteleuropa das Angebot der verschiedenen kleinen Spezialisten kaum überschaubar, während diese sich mit dem Verkauf und der Beratung schwer tun.
Aber haben Sie schon mal im "Reisebüro an der Ecke" nach z. B. "Trekking in Spitzbergen" gefragt und, statt kompetente Auskunft zu erhalten, in ratlose Augen geblickt? Oder sich im Internet durch Massen von wenig hilfreichen und schwer einschätzbaren Webseiten gekämpft ?

Hiermit war die Idee für terra polaris geboren: eine Spezial-Agentur nur für wirklich polare Reiseziele, die verschiedenste kleine Spezialveranstalter als Beratungs- und Verkaufspartner betreut (darunter auch die weiter bestehenden Angebote von Spitsbergen Tours). Natürlich gibt es viele Reisebüros, auch auf Nordland spezialisierte, aber unsere Reisenden merken bald, daß sie es bei uns nicht nur mit Verkäufern zu tun haben, sondern daß wir uns weit über die reine Vermarktung hinaus mit polaren Themen wirklich auskennen und auch persönlich eng mit der Arktis verbunden sind, bis hin zum Firmensitz in Spitzbergen. Diese Kompetenz ist gerade bei solch ungewöhnlichen Reisezielen sehr wichtig. Im Zeitalter des Internets und mit unserem zusätzlichen Informationsbüro in Deutschland sind wir aber gleichzeitig auch gut erreichbar.

Spitsbergen Tours als unser Veranstalter- und Logistikbereich in Spitzbergen, terra polaris als Spezialagentur für Beratung und Verkauf oft ausgefallener polarer Reisen verschiedener kleinerer Spezialisten aus verschiedenen Ländern, der von uns mittlerweile übernommene Longyearbyer Campingplatz (www.longyearbyen-camping.com) und unsere verschiedenen zusätzlichen Aktivitäten, wie etwa meine Bücher, etc. ergänzen einander gut. Gleichzeitig möchten wir aber den Charme des überschaubaren erweiterten Familienbetriebes mit seiner persönlichen Atmosphäre bewahren – wirtschaftliches Wachstum ist für uns und unsere Mitarbeiter kein Selbstzweck.

Mehr hierzu: Philosophie terra polaris.

Am Anfang standen lange und schwere Trekkingtouren im Mittelpunkt, ...
... doch mit steigender Nachfrage nach weniger Rucksackgewicht kamen dann ab 1989 Programme mit stationären Zeltcamps hinzu, ...
... sowie schließlich auch Winterprogramme.
Seit 1988 unterstützen wir Forschungsprojekte mit Beratung und Logistik ...
und seit 1989 ebenso Film- und Medienprojekte, hier im Bild BBC Filmaufnahmen mit David Attenborough.
Seit 1991 haben wir polare Schiffsreisen auf kleinen Schiffen verschiedener Spezialveranstalter bei terra polaris mit im Programm und seit 1998 sind wir auch mit Kombinationen aus Lektorat/Eisbärenwache/Expeditionsleitung auf polaren Seereisen dabei.

Letzte Änderung: 31.08.2009