Spitzbergen Reisen - Winterwandern und Schneehöhlencamp

Satellitenbild mit ungefähren Routen von Longyearbyen zum gelb markierten Camp-Platz. Anklicken öffnet das Satellitenbild vergrößert in pop-up Fenster.
Pause auf dem Transfer einer Gruppe zum Camp.
Der nahe Fridtjovbreen im Abendlicht.
Gipfelrast
Schneehöhlenbau: Innengestaltung nach Wahl -
... vom Einbett- bis ...
... zum kuscheligen Mehrbett-"Zimmer".
Rückkehr zum Camp
Abendblick vom Camp.

N+A   Spitzbergen, April - 12 Tage. Arktis-Wildniscamp mit Zelten, Schneehöhlen- und Iglu-Bau und Tageswanderungen, Transfers vom und zum Camp per Motorschlitten. 6-10 Teilnehmer, Deutsch/Englisch

Termine (ab/bis Longyearbyen):

  • Als Sonderarrangement für sich gemeinsam anmeldende Gruppe - Empfehlung: April

Achtung: Frühjahr ist Hochsaison - vor allem im Hinblick auf günstige Flüge sehr frühes Buchen anzuraten (möglichst spätestens im frühen Herbst davor).

Preise
(pro Person, ab/bis Longyearbyen, in norwegischen Kronen NOK):

  • Als Sonderarrangement abhängig von Dauer, Teilnehmerzahl und weiteren abgesprochenen Details.
    13800 NOK
    pro Teilnehmer im unten abrufbaren 9-tägigen Beispiel-Detailprogramm von 2011, Unterkunft in Zelt + 3-4 Nächte in Longyearbyen mit Schlafsack-Übernachtungsmöglichkeit in Aufenthaltsraum Campingplatz (anderes Quartier in Longyearbyen, soweit bei Buchung noch verfügbar, gegen entsprechenden Aufschlag pro Nacht).



Kurzbeschreibung:

Die Arktis ist sicher ein teures Reiseziel - das gilt besonders für Reisen mit Komfort bei Unterkunft oder aufwändigen Transporten (Hunde- und Motorschlitten, Schiff, etc.) an vielen Tagen. Aber nicht jeder wünscht überhaupt einen derartigen Aufwand.
Die Tour wendet sich an jene, die
• arktische Wildnis abseits der Siedlungen und der hauptsächlichen Motorschlittenrouten
• auf eigenen Füßen und
• möglichst naturnah untergebracht
• über mehrere Tage
• in einer kleinen Gruppe
intensiv erleben möchten.
• Sportlich-aktiv für Teilnehmer mit guter Fitness, aber nicht mit Leistungsmaximierung als Selbstzweck und ohne extreme bergsportliche Ansprüche.
Keine speziellen Vorkenntnisse auf Tourenskiern, Schneeschuhen oder klettertechnischer Art erforderlich.

Der Grundgedanke: Ein Motorschlittentransfer bringt die Gruppe und die Ausrüstung hinaus aus dem großräumigen Gebiet des hauptsächlichen Motorschlittenverkehrs um Longyearbyen.
Etwa 50 km südöstlich, fast am Van Mijenfjord, wird die Gruppe mit Tourenbetreuer und Ausrüstung für ca. 1 Woche abgesetzt und baut sich ihr eigenes Camp - zunächst mit den mitgebrachten Zelten, doch dann werden Schneehöhlen gegraben und Iglubau probiert. Diese Schneebehausungen, richtig gebaut, isolieren überraschend gut und können für die nächsten Tage, mit Isoliermatten gegen Bodenkälte ausgelegt, zu einem ganz angenehmen Heim werden.
Natürlich wird nicht nur gebaut, obwohl sich auch dabei meist erstaunliche Kreativität entwickelt, sondern das Camp ist Ausgangspunkt für zahlreiche Exkursionen in die vielfältige Umgebung, die in der landschaftlich attraktiven Grenzzone zwischen alpinen Bergformen im Westen und den nach Osten hin zunehmend plateauartigeren Formationen liegt. Neben Gipfeln für den Weitblick bei klarem Wetter lockt eine nahegelegene imposante Gletscherabbruchfront, sowie die in der weiten Wildnis zerbrechlich wirkenden Überreste eines kleinen Geisterbergwerks aus der Pionierzeit.
Dank vielerorts festgeblasenem Schnee kann man sich im winterlichen Spitzbergen auch ohne Schlitten gut wandernd fortbewegen und in der Regel sind Schneeschuhe nur zwischendurch in weicheren Tiefschneebereichen vorteilhaft.

Auf diese Weise ist die Woche draußen in der Wildnis rasch vorbei, wenn dann der Rücktransfer nach Longyearbyen ansteht, unter günstigen Bedingungen vielleicht mit einem Abstecher zum russischen Bergwerksort Barentsburg. Die Abholung richtet sich auch nach den aktuellen Schnee- und Wetterverhältnissen - dehalb sind am Ende der Reise 1-2 Reservetage vorgesehen, die, wenn die Abholung sich nicht verzögert, für Exkursionen in die Umgebung Longyearbyens und den Ort selbst verwendet werden, bevor der Rückflug ansteht.

Am Ende dieser Seite: 
Rückblick und Galerie mit Teilnehmerbildern der Tour 30. 3. - 11. 4. 2009.

 

Anforderungen: Die persönliche Ausrüstung muß für längeren Aufenthalt in Kälte bis ausnahmsweise unter -30°C ausgelegt sein, vor allem aber wirklich rundum gegen Wind schützen können. Ein guter Winterschlafsack, Thermostiefel und weite (für 2 Paar dicke Socken) Bergstiefel gehören dazu, ebenso Leichtsteigeisen oder Grödel für Eisglätte und Schneeschuhe und ein reichlich bemessener Rucksack. Es gibt zwar ein paar Reservepaare an Steigeisen und Schneeschuhen beim Veranstalter, doch ist dringend zu eigener Ausrüstung zu raten, bei der vorher getestet wurde, ob sie auch gut zum Schuhwerk paßt, etc.. Der Veranstalter stellt den größten Teil der Tourenverpflegung, sowie Zelte, Kocher, Brennstoff, reichlich Isoliermatten und zusätzliche voluminöse Militärschlafsäcke als Unterlagen.
Die Teilnehmer sollten vorherige Erfahrung mit Wandern unter winterlichen Bedingungen mitbringen.
Wichtig bei Wintertouren ist neben guter Gesundheit, ausreichender physischer Leistungsfähigkeit und Beweglichkeit vor allem mentale Ruhe, Geduld, Belastbarkeit und Teamfähigkeit - gereizte Hektik oder falscher Ehrgeiz führen zu gefährlichen Fehlern. Alle anfallenden Aufgaben werden gemeinsam erledigt - der Tourenbetreuer leitet an und macht natürlich mit, ist aber nicht Träger, Koch und Tellerwäscher für die ganze Gruppe.
Das Programm wird von Tag zu Tag an die aktuellen Verhältnisse angepaßt, auch hier sind Flexibilität und Rücksicht gefordert.
Sicherheit ist ein wichtiges Thema - hierzu zählt nicht nur die eventuelle Lawinen- und Kältegefahr, sondern auch der Schutz vor Eisbärkonflikten durch den bewaffneten Tourenbetreuer, dessentwegen sich die Teilnehmer grundsätzlich in dessen unmittelbarer Nähe halten müssen, nachts wird eventuell abwechselnd Lagerwache gehalten. Trotz mitgeführtem Notpeilsender kann Hilfe von außen bis zu mehrere Tage erfordern - daher ist Vermeiden von Problemen ein logisches Anliegen.
Insgesamt hat die Tour also durchaus Expeditionscharakter, auch wenn extremere sportliche Leistungen nicht das Ziel sind. Gleichzeitig ist die Tour eine phantastische Gelegenheit, das Leben mit der Natur zu üben, denn das Anrennen gegen die arktische Natur ist sinnlos, während der Versuch, angepaßt mit ihr zu leben, eine großartige Erfahrung sein kann.

Teilnehmer: nach Vereinbarung, typisch: 6-8. Preisabhängig jedoch auch weniger (ab 1) oder mehr. 

Rufen Sie die Detailinformationen ab:

Startet den Datei-DownloadBeispiel Detail-Reisebeschreibung (PDF-Dokument, ca. 500 kB)
» Reisebedingungen des Veranstalters Spitsbergen Tours (PDF-Dokument)
» Übernachtung Longyearbyen
» Info zu Rabatten, Sonderpreisen, Wechselkurs, etc.
» Häufige Fragen (FAQs) zu Spätwinterreisen
» Anmeldeformular
mit Buchungsbedingungen terra polaris (PDF-Dokument)

 

Wichtig:
Nehmen Sie bitte nach Lektüre der Informationen vor einer Buchung telefonisch oder per e-mail Kontakt mit uns auf (siehe links im Menü: Kontakt) - wir legen großen Wert auf sorgfältige Beratung vor einer Buchung.

Inmitten der weißen Wildnis - Spuren der Pionierzeit, die gegenüber der gewaltigen Natur zerbrechlich und vergänglich wirken. Hier: Boot auf dem Strand als ehemalige improvisierte Pionier-Unterkunft.

 

Bildergalerie der Winterwandertour 30. 3. - 11. 4. 2009


Rückblick: Die Winterwandergruppe 2009 hatte eine spannende Tour, voller vielfältiger Eindrücke und Erlebnisse. Vor der Tour hatte es für spitzbergische Verhältnisse relativ viel geschneit, sodaß die Schneeschuhe sich als sehr hilfreich erwiesen. Vom Wetter her kam die Gruppe voll auf ihr Arktiserlebnis: überwiegend Sonne, jedoch auch zwei Tage mit leichtem, bzw. extremem Sturm - und Temperaturen nachts meist bei -25 bis -20 C, tags teilweise bis ca. -12 C. Die schon am ersten Tag gemeinsam in eine harte, dafür aber umso stabilere. mächtige Schneewehe gegrabene Schneehöhle bewährte sich unter diesen Bedingungen bestens: innen wurde es nie kälter als -7 C. Die Höhle diente primär zum Schlafen, während tags im großen Küchenzelt gekocht, gegessen und zusammengesessen wurde.
Anfang April ist bereits die ganze Nacht hindurch Dämmerung - die sich abwechselnde Eisbärenwache hatte daher reichlich Gelegenheit, die zauberhaften bis dramatischen Farbnuancen des Himmels und der Landschaft auch nachts zu genießen.
Ein solch früher Termin ist in der Regel kälter, bietet dafür aber durch die nachts noch untergehende Sonne ein großes Spektrum an Lichtverhältnissen.

Nachfolgend eine Auswahl von Bildern, alle aufgenommen von Teilnehmern und Tourenbetreuern während der Tour. Im Gegensatz zu kurzen Tagesausflügen ermöglicht ein solch längerer Aufenthalt draußen in der Winterwildnis erst das Erlebnis der Vielfalt der Stimmungen, wie die Bilder unschwer erkennen lassen. Anklicken eines Bildes führt zu einer etwas vergrößerten Darstellung:

Katja Förster: Licht über Kapp Schollin
Christian Katlein: Abendlicht auf Midterhuken
Joly Braime: Gipfelpause
Katja Förster: Unterwegs zum Fjord
Katja Förster: Gipfelanstieg
Katja Förster: Mondnacht
Katja Förster: Spur
Christian Katlein: Unterwegs im Berzeliusdalen
Christian Katlein: Heißer Tee im Küchenzelt
Katja Förster: Vereister Strand
Christian Katlein: Gletscherfront - bei trübem Himmel wirken die Eisfarben intensiver
Christian Katlein: Unterwegs im Berzeliusdalen
Christian Katlein: Rast über Gletscherfront
Christian Katlein: unterwegs
Christian Katlein: Dies war zum Glück der dichteste Eisbärenkontakt
Christian Katlein: Anfang April streicht die Sonne nachts nur knapp unter dem Horizont entlang
Christian Katlein: Gipfelanstieg
Katja Förster: Seltsame Lichtstimmung
Christian Katlein: Camp in Abendsonne
Christian Katlein: Gletscherfront
Christian Katlein: Blick der Eisbärenwache nach Sonnenuntergang aufs Camp
Christian Katlein: Schlafnischen in der Schneehöhle
Christian Katlein: Gletscherstimmung
Katja Förster: Camp im Schneesturm - Himmel und Land werden zum einheitlichen weißen Nichts
Christian Katlein: Dieser Eisbär weit draußen auf dem Fjordeis ließ sich von den seltsamen Zweibeinern in seiner Ruhe nicht stören.
David Wenzel: Mystisches Licht bei Schneetreiben
Volker Bräu: Zurück am Campingplatz - ein bißchen Zivilisation hat nach der Tour auch ihren Reiz.

Letzte Änderung: 11.12.2011