Vogelfelsen Camp - östlicher Isfjord, Spitzbergen

Das dunkel rotbraune magmatische Gestein, orange Flechten, die weißen Vogelkleckse und saftiges Grün darüber zeigen schon weit vom Fjord aus die Vogelkolonien an.
Die Umgebung des Vogelfelsencamps - Überblick aus der Luft. Neben Vögeln und Fauna sind hier auch schöne Bergtouren, Tal- und Strandwanderungen möglich.
Unterwegs auf den Magmafelsen in der Nähe des Camps in Mitternachtsonne gegen Ende der Saison im August.
Anlanden am Ufer beim Vogelfelsen Camp - am Strand im Laufe von Jahrhunderten angespült: Treibholz, das irgendwann in die großen sibirischen Ströme fiel und mit den Polarmeerströmungen nach Spitzbergen gelangte.
Dickschnabellummen auf ihren schmalen Nistplätzen in den Felsen am Vogelfelsencamp.
Teilnehmer mit prächtigem Ammonitenfund.

In der frühen Kreidezeit preßte sich Magma aus dem Erdinneren horizontal zwischen die bereits vorhandenen älteren Sedimente, die mittlerweile teilweise weggewittert sind, sodaß die säulenartig zusammengesetzten dunkel rotbraunen kristallinen Magmagesteine heute wie Bänder und Plateaus Teile der zentralspitzbergischen Landschaft durchziehen. In der Umgebung des Vogelfelsencamps ragen diese Felssäulen direkt aus dem Meer auf und dienen Scharen von Dickschnabellummen, daneben auch Gryllteisten, Papageientauchern, Eismöwen, Dreizehenmöwen und Weißwangen- und Kurzschnabelgänsen als Brutplätze. Die weißgeklecksten Nistbereiche, umgeben von nährstoffliebenden orangen Flechten auf den dunkel-rotbraunen Felsen, unter und über denen gut gedüngtes saftiges Tundragrün gedeiht, sind nicht nur ein Paradies für Vogelfreunde, sondern ergeben zusammen auch optisch ein Fest für die Augen. Hinzu kommen um die Felsen patroillierende Füchse auf Suche nach Beute, das saftige Grün abgrasende Rentiere und auf der darüber liegenden Ebene brütende Raubmöwen: Vogelkolonien gehören zu den biologisch attraktivsten Bereichen der arktischen Natur an Land.

Naheliegenderweise ist diese Vielfalt an Tieren und Pflanzen, kombiniert mit den Felsformationen, das Besondere des Vogelfelsen Camps. Hinzu kommt ein phantastischer Panoramablick über große Teile der Nordseite des Isfjords, mit dem scharf geschnittenen und pfeilerartig gegliederten Massiv des Tempelbergs jenseits des Wassers als besonderem Blickfang. Im Tagesexkursionsbereich außerdem mehrere Berggipfel mit bei gutem Wetter großartigem Ausblick über Fjord und Inland, sowie im Nachbartal ein pittoresker Wasserfall.

Geologisch gehört die Umgebung des Vogelfelsen Camps zu Trias, Jura und Kreide, die höchsten Gipfel zum Tertiär - eine gewaltige erdgeschichtliche Zeitspanne, mit einer Vielzahl von Fossilien (Ammoniten, Muscheln, aber auch Knochen von Fischen und Reptilien). Berühmt wurde die Umgebung des Vogelfelsen Camps durch zahlreiche hier in den letzten Jahren gefundene Saurierskelette, deren Fundorte unter Naturschutz stehen. 

Technische Hinweise: Im Abstand von 1-3 km um das Vogelfelsencamp gibt es mehrere Punkte, von denen aus in der Regel Verbindung für GSM Mobiltelefone möglich ist.

Erreichbarkeit in Sommersaison: Per Fjordboot, insbesondere auf Transferfahrten vom Billefjord (Öffnet einen internen Link im aktuellen Fenster Pyramiden, Öffnet einen internen Link im aktuellen Fenster Petunia Camp, Öffnet einen internen Link im aktuellen Fenster Gletscher Basis) oder von Longyearbyen her (bzw. zurück nach Longyearbyen). Zu Fuß als langes Trekking (ca. 30 km) durchs weglose Inland zum Straßenende bei Longyearbyen.

Einschränkungen: Bis Mitte Juni ist der innere Isfjord in etlichen Jahren noch von Wintereis blockiert, nur ausnahmsweise auch noch in den Juli hinein. Darüber hinaus können mit geringer Wahrscheinlichkeit frei schwimmende Treibeisfelder den Zugang auch zu anderen Zeiten des Sommers vorübergehend blockieren. Bei ungünstigem Wind/Seegang kann ausnahmsweise das Landen am Camp problematisch sein. Derartige natürliche aktuelle Faktoren können zur Wahl von anderen Landeplätzen (und daraus resultierend eventuell weiterem Weg vom/zum Camp) oder zu zeitlichen Verschiebungen innerhalb eines Reiseprogramms (Absetzen/Abholen an anderem Tag) oder - extrem selten (nur alle paar Jahre an einzelnem Termin) - zum Ersatz dieses Camps durch ein anderes in einem anderen Teil des Isfjords führen.
Naturschutz ist ein wichtiges Thema in Spitzbergen. Gerade an empfindlicheren Plätzen (Vogelfelsen, dichte Vegetation), ist erhöhte Rücksicht Pflicht, gerade auch für Tierbeobachter und Fotografen: Wir sind die Gäste, Vögel und Vegetation haben nichts davon, daß ein Besucher für eine Reise zu ihnen bezahlt hat. Daher ist hier besonders darauf zu achten, Störungen zu minimieren und Vegetationsschäden zu vermeiden. Das fängt schon zuhause an, etwa mit dem Beschaffen von Objektiven, die aus störungsarmer Distanz Fotografien erlauben !

Ausstattung: In der Grundausstattung ist das Camp mit geräumigen Baumwoll-Basiszelten (Mittelhöhe 2,60 m, Bodendurchmesser 4-5 m, das natürliche Material zeichnet sich durch hohe Atmungsaktivität aus - selbst bei Kochen im Zelt kaum Kondenswasser) sowie einfacher Gruppen-Kochausrüstung ausgestattet und wird aus Sicherheitsgründen (Sturm, Eisbären) von abgehenden Gruppen am Platz eingelagert und von ankommenden Gruppen wieder aufgestellt. Isomatten werden an die Teilnehmer in Longyearbyen ausgegeben und von jedem Reisenden ins Camp mitgebracht. Bei Sonderarrangements können abweichende Ausrüstungsdetails vereinbart werden.

Bitte lesen: Wichtige allgemeine Informationen zu » Wildnis-Zeltcamps in Spitzbergen

Nutzung: Das Vogelfelsen Camp wird von Spitsbergen Tours für reguläre Programme von Ende Juni bis Anfang August genutzt, da dies die Zeit ist, in der die Felsen hauptsächlich von Vögeln genutzt werden. Erweiterbar für Sonderarrangements (etwa für Fotografen) bis in den September.
Folgende Programme beinhalten das Vogelfelsen-Camp (sofern für das aktuelle Jahr angeboten):
Varianten von Eisfjord - Boot, Wandern und Trekking,
Eisfjord-Umrundung,
• Spezialarrangements für Naturfotografen und Naturkundler
• sonstige » Sonderarrangements nach Kundenwunsch.


Letzte Änderung: 29.02.2012