Antarktis und Subantarktis - Landeskunde, Reiseangebote

 

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Natur

Die Antarktis, größer als Australien und Europa, ist die bei weitem größte Eiswildnis der Erde. In ihrem Inneren erreichen die Eismassen bis zu 4,5 Kilometer Dicke und verbergen unter sich bis zu 3500 m hohe Gebirgszüge, die sich nur mit Radarmessungen durchs Eis feststellen lassen. Etwa 90 % allen Eises der Erde befinden sich in der Antarktis. Im Gegensatz zur Arktis, die im Wesentlichen ein Meer mit umgebenden Landmassen und Inseln ist, ist die Antarktis ein von Meeren umgebener Kontinent. Oberflächlich ist der größte Teil des Kontinents eine riesige weiße Weite, und auch große Teile der Küsten bestehen aus hunderten von Kilometern an senkrechten Eisabbruchkanten, von denen sich immer wieder teils gigantische Eisberge lösen. Vereinzelt, vor allem in Küstennähe, ragen Berggipfel und kleine eisfreie Küstenabschnitte aus dem Eis heraus und als Ausnahme gibt es in den trockensten Teilen des Kontinents auch kleinere eisfreie Hochebenen - dort reichen, ähnlich wie in Bereichen der höchsten Arktis, die Niederschläge nicht aus, um das Entstehen eines Eispanzers zu ermöglichen. Die große Ausdehnung und die Lage um den Südpol sorgen für ein sehr kontinentales Klima und im Inneren für sehr geringe Niederschläge sowie teilweise extreme Kälte: der Kälterekord auf der Erde von unter -88°C wurde im Inneren der Ostantarktis gemessen.
Neben dem eigentlichen Kontinent werden zur Antarktis als klimatischem Raum üblicherweise auch die umgebenden kalten Meeresteile dazugerechnet. Die Fläche des eigentlichen Kontinents beträgt gut 13 Millionen Quadratkilometer (davon 97 % Eis) - mit den Eiskanten als Grenze genommen. Die unter dem Eis liegende Landfläche wäre bei Wegnahme des Eises jedoch viel kleiner und würde sogar in mehrere Teile aufgegliedert sein, die heute einschließlich der umgebenden Flachmeerteile unter dem Eispanzer verborgen sind. Der tiefste bekannte Punkt in einem Graben unter dem antarktischen Inlandeis liegt 2250 m unter dem Meeresspiegel, während der höchste Punkt der immer noch leicht aktive Vulkan Mt. Vinson mit ca. 4900 m Höhe ist.

Erdgeschichtlich ist die Vereisung der Antarktis sehr jung - sie begann langsam vor nur ca. 30 Millionen Jahren. Seit gut 20 Millionen Jahren ist der Kontinent durchgehend fast völlig von Eis bedeckt, vermutlich auch während der Warmzeiten zwischen den Eiszeiten der letzten 5 Millionen Jahre, in denen das irdische Klima teilweise deutlich wärmer war, als heute.

Der Naturraum Antarktis - Kontinent und umgebende kalte Meere zusammen - ist deutlich größer, als das Gegenstück im Norden, die Arktis. So liegt in der Antarktis der südliche Polarkreis bereits weitgehend im permanenten Eis. Und noch deutlicher als in der Arktis ist der Unterschied zwischen dem Leben an Land und im Meer. Während die antarktischen Meere ähnlich wie in der Arktis sehr produktiv sind (Stichwort: Krill), ist das Leben an Land extrem begrenzt und weitestgehend auf die sehr wenigen eisfreien Küstenstreifen beschränkt. Von Kleinstlebewesen abgesehen, dringen dringen nur einzelne Vogelarten weiter ins Innere vor. An Säugetieren kommen nur einige Meeressäuger (Seelöwen, See-Elefanten, etc.) teilweise am Ufersaum an Land. Erst das Fehlen von echten Landsäugetieren ermöglichte es den Pinguinen, das Flugvermögen ihrer Vorfahren zugunsten einer optimal an das Wasserleben angepaßten Körperform aufzugeben: mangels Eisbären, Eisfüchsen, Marderartigen oder Ratten haben sie an Land keine natürlichen Feinde, vor denen sie sich fliegend in Sicherheit bringen müßten. Für alle Wirbeltierarten, die auf dem Antarktischen Kontinent vorkommen, ist das Meer noch ausschließlicher als in der Arktis direkt oder indirekt die Nahrungsgrundlage: eine als Nahrungsquelle nutzbare intensivere Vegetation gibt es in der Antarktis nicht, auch wenn neben den verbreiteten Flechten an besonders günstigen Plätzen am Rand des Kontinents vereinzelt die beiden Blütenpflanzenarten des Kontinents zu finden sind.

Dem Kontinent vorgelagert sind in unterschiedlichem Abstand einzelne Inseln und Inselgruppen, die je nach verwendeter Definition teils der Antarktis, teils auch der Subantarktis zugerechnet werden. Diese Inseln, zumal wenn etwas weiter vom Kontinent und außerhalb der stärker vereisten Meeresteile gelegen, unterliegen milderem Meeresklima, welches bei den höher aufragenden Inseln durch mehr Niederschläge (Schnee) ebenfalls für sehr starke Vereisung sorgt, während niedrigere Inseln insbesondere der Subantarktis größere eisfreie Gebiete haben, die durch weniger extreme Temperaturen und mehr Niederschläge eine sehr interessante Pflanzenwelt und eine besondere Vogelwelt bieten und daher für Ornithologen und Botaniker begehrte ausgefallene Reiseziele sind.

 

Geschichte

Die Abgelegenheit des antarktischen Kontinents (aus europäisch-nordamerikanischer Sicht) und die starke Eisbedeckung der ihn umgebenden Meeresgebiete sorgten dafür, daß der Kontinent selbst nach heutigem Kenntnisstand erst 1820 erstmalig gesichtet wurde, während die subantarktischen Inseln spätestens ab dem späten 16. Jahrhundert entdeckt wurden. Für Spekulationen über eine wesentlich frühere Entdeckung der Antarktis sowohl durch Europäer als auch durch andere seefahrende Völker gibt es mögliche Anhaltspunkte, jedoch keine eindeutigen Beweise - ähnlich wie Theorien über frühere Entdeckungen in der Arktis und vielen anderen Regionen der Erde. Ähnlich wie in der Arktis begann die Pionierzeit der modernen Antarktiserkundung unter den ungünstigen Bedingungen der späten "Kleinen Eiszeit", die sich erst ab ca. 1850 langsam besserten - frühere Entdeckungen unter günstigeren Eisverhältnissen um das mittelalterliche Klimaoptimum oder noch früher sind durchaus vorstellbar.
Ähnlich wie in der Arktis spielten Walfang und Robbenjagd eine wesentliche Rolle bei der Erkundung der antarktischen Randmeere, während eine systematischere wissenschaftliche Erforschung erst ab ca. 1895 begann, zunächst teilweise in Kombination mit dem nationalistischen Wettlauf zu den Polen, den im Süden letztlich 1911 Amundsen gegen Scott gewann.
Bis in die 1970er Jahre hinein bestand menschliche Aktivität in der Antarktis nach dem Niedergang der Robben- und Waljagd vor allem aus wissenschaftlichen Aufenthalten. Der 1959 in Kraft getretene Antarktis-Vertrag schützt den Kontinent einerseits vor nationalen Gebietsansprüchen und Abbau von Rohstoffen und setzt im Prinzip strenge Richtlinien für den Umweltschutz. Andererseits stimulierte er ein wissenschaftliches Wettrüsten in der Antarktis, bei dem der Umweltschutz oft keine große Rolle spielte - so wurde für eine französische Forschungsstation eine Landepiste durch eine Pinguinkolonie gebaut und die US-amerikanische McMurdo-Station sorgte mit ihrem Atomreaktor für große Mengen verstrahlten Bodens. Erst zunehmendes öffentliches Interesse an der Antarktis ab den späten 1970er Jahren von Greenpeace über engagierte Touristen bis zu den Medien brachte diese Mißstände ins internationale Bewußtsein und führte zu wesentlich strengeren Umweltmaßstäben auch im Forschungsbereich, der jedoch auch heute noch den bei weitem größten Teil menschlicher Aktivität auf dem antarktischen Kontinent ausmacht.

 

King-George-Island
Königspinguine auf den Falklands
In der Gerlache Strasse
Antarctic Sund
Einfahrt in die Kraterlagune von Deception Island mit ihren Pinguinkolonien und warmen Quellen.

Tourismus

Über den Beginn des Antarktistourismus kann man streiten. Erste regelmäßige Anfänge waren kommerzielle Besuchsmöglichkeiten der argentinischen und chilenischen Stationen mit den Marinen dieser beiden Ländern, die durch auch touristische Aktivitäten ihre Ansprüche auf Teile der Antarktis unterstrichen. Eine neue Ära des kommerziellen Antarktistourismus begann um 1970 mit dem Auftauchen der ersten eistauglichen speziellen Expeditions-Kreuzfahrtschiffe - die LINDBLAD EXPLORER (1969) war hier der Vorreiter. Auch heute noch findet Antarktis-Tourismus vor allem per Schiff statt, wobei sich die Verhältnisse allerdings stark verändert haben: Mitte der 1980er Jahre besuchten jährlich nur ca. 1000 Touristen den abgelegenen Kontinent auf kleinen (ca. 100 Passagiere), eistauglichen Spezialschiffen. Mittlerweile sind daraus rund 20000 Besucher pro Jahr geworden - und ein stark wachsender Teil davon auf normalen Kreuzfahrtschiffen mit teilweise bis 3000 Passagieren und ohne oder mit nur sehr geringer Eisklasse. Auch wenn diese Riesenschiffe nur die äußersten Teile der Antarktis berühren und in der Regel keine Landungen machen: der Weg in den Massentourismus ist offensichtlich.
Gleichzeitig schufen die im Antarktistourismus tätigen Veranstalter in enger Zusammenarbeit mit der Organisation des Antarktis-Vertrags jedoch 1991 eine Organisation, die durch Setzen und Fortentwicklung strenger Standards negative Wirkungen des Antarktis-Tourismus in Grenzen halten soll: die IAATO (International Association of Antarctica Tour Operators), der mittlerweile weltweit über 100 Firmen angehören und die eines der gelungensten Beispiele erfolgreicher und freiwilliger Selbstregulierung im Tourismus ist.
Zentrale IAATO Regeln, die auch schon beim Buchen einer Antarktisreise von Interesse sind:
• Es dürfen nicht mehr als 100 Besucher gleichzeitig an einem Platz an Land gehen. Für beliebte Landeplätze ist eine sehr genaue Koordination und Voranmeldung durch die Veranstalter erforderlich, um dieser Bedingung zu genügen. Große Schiffe müssen ihre Gäste in mehreren Durchgängen anlanden, was entsprechend zeitaufwändig ist oder/und zu mehr Zeitdruck an Land führt. Entsprechend seltener (oder gar nicht) erfolgen Landungen durch größere Schiffe.
• Es darf nichts an Land zurückgelassen werden - auch keine Fäkalien (Toilettengang an Bord !) und keine Nahrungsmittel (letztere dürfen bei touristischen Exkursionen von Schiffen gar nicht erst an Land gebracht werden).
• Detaillierte Vorschriften für Schiffe (Verbot von Schweröl an Bord, etc.).
• Detaillierte Vorschriften für das Verhalten an Land gegenüber Natur und Kulturdenkmälern.

Neben dem weitestgehend dominierenden Schiffstourismus gibt es noch einen sehr begrenzten und nochmals deutlich teureren Landtourismus in der Antarktis mit An- und Abreise üblicherweise per Flugzeug - etwa für eine sehr begrenzte Besucherzahl zur amerikanischen Südpol-Station oder zum Bergsteigercamp Patriot Hills in der Nähe des Mount Vinson.

Antarktische Halbinsel und benachbarte Inselgruppen:
Der allergrößte Teil des Antarktistourismus konzentriert sich, genau wie der größte Teil der Forschungsstationen, auf die Antarktische Halbinsel südlich von Südamerika. Die Gründe hierfür: die Antarktische Halbinsel liegt am nächsten an geeigneten Ausgangshäfen am Festland (hauptsächlich: Ushuaia auf Feuerland) und bietet gleichzeitig eine der vielfältigsten Landschaften der Antarktis mit wilden vergletscherten Gebirgen und vorgelagerten Inseln, sowie einzelnen eisfreien flacheren Küstenbereichen, die teilweise Tieren als Brut- und Ruhezone dienen - und natürlich kommen auch die Stationen als weitere Attraktion hinzu. Besucht wird vor allem die Westseite der Halbinsel, seltener auch die der Weddelsee zugewandte Ostseite.
Spannend sind Kombinationen der Antarktischen Halbinsel und der ihr direkt vorgelagerten South Shetlands mit dem subantarktischen Südgeorgien (dramatische Berg- und Gletscherszenerie, vielfältige Flora und Vogelwelt, historische Relikte) und auch mit den flacheren Falklandinseln (Flora und Fauna, Geschichte).

Die anderen Teile der Antarktis sind wesentlich aufwändiger erreichbar und große Teile der antarktischen Küste und erst recht des Inlandes zeichnen sich auch durch Monotonie aus: endlos lange Eis-Abbruchkanten und riesige Eisflächen.

Reisezeit und Dauer:
Antarktisreisen finden nahezu ausschließlich im Südsommer statt, also November bis März. Da allein die Querung der Drake-Passage zwischen Südamerika und der Antarktischen Halbinsel in jede Richtung rund 2 Tage erfordert, sollte die Mindestdauer der Reise ab/bis Feuerland ca. 10 Tage betragen, um ausreichend Zeit im eigentlichen Zielgebiet zu haben. Für Kombinationen mit Südgeorgien und/oder den Falklands entsprechend deutlich länger.
Die frühe Saison bietet volle Aktivität in den Vogelkolonien und besonders langes Tageslicht, dafür ist hier aber auch am ehesten mit Behinderungen durch winterliches Eis zu rechnen. Bei den späteren Terminen sind die Tage schon kürzer, jedoch weicht das Eis während des Sommers zurück, sodaß in der späteren Saison eher Vorstöße entlang der Antarktischen Halbinsel bis südlich des Polarkreises möglich sind.

 

Reiseangebote Antarktis 2010/11

+ Expeditionsfahrten mit MV PLANCIUS:
Die PLANCIUS, erst 2009 aus einem ozeanographischen Vermessungsschiff in ein touristisches Expeditionsschiff für max. 110 Reiseteilnehmer komplett umgebaut, ist 2010/11 von Anfang November bis Ende März in Antarktis und Subantarktis mit 10- bis 19-tägigen Fahrten unterwegs:
Südgeorgien, Antarktische Halbinsel, Falklands, Süd-Orkneys, Weddellsee, bis südlich des Südlichen Polarkreises. Die Fahrten beginnen und enden überwiegend in Ushuaia (Feuerland, Südamerika).

Ab € 4850 pro Person.
Überwiegend Englisch, 2 Termine Englisch-Deutsch.

Zusatzoptionen auf einzelnen Fahrten: Shackleton Querung Südgeorgien, Kajak, längere Wanderungen, einzelne Zeltübernachtungen an Land, Tauchen.

Hinweis: Da ein Teil der Doppelkabinen als Einzelkabinen gebucht wird, bleibt die Teilnehmerzahl in aller Regel unter 100.

Detailinfos:
Termine, Preise, Beispielrouten, Häufige Fragen, Bedingungen
» hier (PDF 20 Seiten, ca. 1,1 MB, Englisch und deutsche Einleitung)
Schiffsbeschreibung MV PLANCIUS: » hier (PDF-Dokument, ca. 1,5 MB, Deutsch/Englisch)


Letzte Änderung: 22.10.2010