Jan Mayen - Norwegens arktische Vulkaninsel

Jan Mayen von oben, Ende Juni. Dasselbe Bild in vierfacher Größe am Ende dieser Seite !

 

Die einsame norwegische Vulkaninsel Jan Mayen, 380 km² groß, liegt etwa 450 km vor der Ostküste Grönlands und 550 km nördlich von Island und hat die Form einer deformierten Pfanne. Den Stiel bildet der südliche, niedrigere Teil Süd-Jan, während Nord-Jan vom imposanten vergletscherten Vulkankegel des Beerenberges beherrscht wird, der mit 2277 m Höhe zu Norwegens höchsten Bergen zählt und gleichzeitig nach dem Ätna der zweithöchste Vulkan Europas ist. Im Abstand von Jahrzehnten gibt es immer wieder einmal Ausbrüche des Vulkans.

An der Grenze zwischen dem kalten Ostgrönlandstrom und dem wärmeren Wasser des übrigen Nordatlantiks gelegen, gilt Jan Mayen als ausgesprochene Wetterküche - Wolken, Nebel und auch Stürme sind hier häufig. Den Beerenberg ganz frei zu sehen, erfordert insofern Glück.

Jan Mayen, obwohl etwa auf der gleichen Breite wie das norwegische Nordkap gelegen, gehört klimatisch wegen des nahen Ostgrönlandstromes zur Arktis, allerdings sorgt das umgebende Meer dafür, daß extreme Kälte eher selten ist. Das überwiegend dunkle Vulkangestein, die vom Beerenberg herabziehenden spaltigen Gletscher und die sich dank ausreichender Feuchte in geschützten Lagen teils üppig entwickelnde Tundravegetation ergeben zusammen teils spektakuläre Farbkombinationen. Die Insel ist außerdem Brutplatz verschiedener Seevogelarten.

 

 

 

Die Wolken reißen auf und geben den Blick auf den Beerenberg frei.
Der Beerenberg von Osten - so frei ist er nur wenige Tage im Jahr zu sehen.
Tiefe Wolken, darunter die Abbrüche mehrerer steil vom Vulkan herabziehender Gletscherströme im Osten des Nordteils der Insel.
Als Mid-Jan wird der schmale und niedrige Verbindungsteil zwischen Süd- und Nord-Jan bezeichnet, der hier unter der Wolkendecke hervorlugt. Hier liegen auf beiden Seiten gleichzeitig die längsten Strände für Landungen.
Jan Mayen aus der Luft: Der Beerenberg-Vulkankegel überragt die typische niedrige Wolkendecke.

Geschichte und heutige Situation:
Die offizielle Entdeckung Jan Mayens fällt auf den Beginn des 17. Jahrhunderts, in dem dann auch mehrere Buchten der Insel holländischen Walfängern als Sommerstützpunkte für die Verarbeitung ihres Fangs dienten. Relikte dieser Zeit zählen zu den interessanten Aspekten eines Besuchs von Jan Mayen. Ab dem späten 19. Jahrhundert diente die Insel einzelnen Trappern, sowie kleinen Forschungs-, Wetter- und Militärstationen als Basis.

Heute befindet sich eine kleine norwegische Wetter- und Militärstation auf der Insel, einschließlich einer Schotter-Landepiste für Versorgungsflüge durch das Militär. Eine Nutzung der Versorgungsflüge für touristische Besuche wird normalerweise ebenso abgelehnt wie eine Nutzung der Landepiste für touristische Flüge.

Die Insel verfügt über keine geschützten Buchten, jedoch über mehrere Strände, an denen bei geeigneten Wetter- und Seegangsverhältnissen Landungen möglich sind. Größere Schiffe, etwa große Kreuzfahrtschiffe, müssen seit 2008 bei ihren Passagen außerhalb der Territorialgewässer bleiben (12 Seemeilen).


Touristische Möglichkeiten:
Generell ist Norwegen mit Jan Mayen Tourismus restriktiv, unter anderem, weil Hilfe im Falle von Problemen (Unfall, Krankheit, Havarie, etc.) mit hohem Aufwand verbunden ist. Für Besuche mit Schiffen ist eine vorher erteilte Genehmigung erforderlich. Für Yachten und kleinere Expeditionskreuzfahrtschiffe wird die Genehmigung in der Regel erteilt. Dies sind gleichzeitig auch die einzigen normalen Möglichkeiten für einen touristischen Besuch der Insel. In der Regel wird Jan Mayen als Teil von Expeditionskreuzfahrten nach Ostgrönland angeboten, gelegentlich auch als eigene Fahrt von Island aus (letzteres nicht jedes Jahr), wobei das Landen neben der Genehmigung auch von den aktuellen Wetter- und Seeverhältnissen abhängt. Diese Fahrten werden ausschließlich im Sommer angeboten, wenige Termine, meist um die Monatswende August/-September, teilweise auch z.B. im Juni. Hierfür ist eine Genehmigung erforderlich. Schiffe, die einen Landgang anbieten wollen, müssen auch bei vorliegender Genehmigung während der Annäherung Kontakt mit der norwegischen Station aufnehmen und die Station ansteuern (entweder direkt vor der Station oder in Kvalrossbukta auf der Nordwestseite), damit ein Stationsvertreter die offiziellen Formalitäten durchführen kann.
2009 wies der Stationsleiter ausdrücklich darauf hin, daß Müllsammelaktionen durch Besucher an den Stränden nicht erwünscht sind, weil dabei eventuell auch unter Denkmalschutz stehendes Strandgut entfernt werden kann - laut Stationsleiter wurden derartige Aktionen offenbar in manchen Reiseinformationen angeregt.
Daneben gibt es die Möglichkeit, Jan Mayen von verschiedenen normalen Nordland-Kreuzfahrtschiffen aus während der mehrstündigen Passage der Insel aus größerem Abstand zu sehen (sofern dies keine tiefhängenden Wolken oder Nebel verhindern), als willkommene Abwechslung auf deren Seetagen zwischen Island und Spitzbergen. Diese Schiffe müssen jedoch außerhalb der Hoheitsgewässer (12 Seemeilen) bleiben.
Die touristische Nutzung der Landepiste ist nicht erwünscht.


Weitere Informationen:

» "Spitzbergen Handbuch mit Franz-Joseph-Land und Jan Mayen" von Andreas Umbreit, Conrad Stein Verlag. Dieser Reiseführer enthält einen eigenen Teil (ca. 25 Seiten) zu Jan Mayen, das meistens in Kombination mit Spitzbergen besucht wird.

Gründe für einen Jan Mayen Besuch:
* Interessante Vulkanlandschaft mit teils spektakulären Kontrasten aus dunklem Vulkangestein, steil abbrechenden Gletschern und den Farben der Tundra in geschützteren Bereichen.
* Relikte der Polargeschichte vom holländischen Walfang des 17. Jahrhunderts über Forschungs- und Wetterstationen sowie dem 2. Weltkrieg bis hin zur aktuellen Station mit Poststelle und kleinem Souvenirverkauf.

 

Reiseangebote Jan Mayen 2012:

Expeditionskreuzfahrten mit kleinen Schiffen, die auch einen Besuch Jan Mayens mit Landungen (geeignete Bedingungen vorausgesetzt) einschließen. Die wenigen Termine sind oft schon im Herbst des Vorjahres stark gebucht, später teilweise jedoch immer noch wechselnde Rest-/Rückgabeplätze möglich, bitte Anfragen mit Wunschliste der in Frage kommenden Fahrten und Kategorien.

 

 

PLANCIUS, Gryllteiste

MV PLANCIUS: PLA04 Shetlands - Jan Mayen - Walsafari - Nordwestspitzbergen

Termin: 12/10 Tage - 07. (ab Vlissingen) oder 09. Juni (ab Aberdeen) bis 18. Juni 2012. Hauptsprache Englisch, min. 50, max. 112 Teilnehmer.
Preise: € 1500 bis € 2450 in Zweibettkabine/-suite.

Route: Hervorragende Möglichkeit, um einerseits den Übergang von Mitteleuropa bis in die hohe Arktis zu erleben und andererseits seltener besuchte Orte zu erreichen: die abgelegene Fair Isle (Shetlands), Mousa, Jan Mayen, Nordwestspitzbergen - jeweils mit Landungen (von aktuellen Bedingungen abhängig - 2010 gelangen auf Jan Mayen innerhalb einer Reise sogar 4 Landungen). Außerdem steuert die PLANCIUS weit hinauf in die Fram Straße (nördliche Grönlandsee), wo an der Treibeisgrenze gute Chancen auf spannende Walbeobachtungen bestehen (häufig: Blauwal, Finnwal, weitere Arten) - ebenso übrigens auch auf der übrigen Reiseroute. In Spitzbergen werden verschiedene Plätze im Nordwesten angesteuert - stark abhängig von der Eissituation.
Start wahlweise in Vlissingen (Niederlande) oder 2 Tage später in Aberdeen (Schottland). Nebenbei: eine der preisgünstigsten Arktis-Expeditionskreuzfahrten !

Initiates file downloadDetailinformationen (PDF mit 3,5 MB, 25 Seiten: Arktisreisen ANTARCTIC DREAM, ORTELIUS, PLANCIUS)

» Schiffsinformation MS PLANCIUS PDF-Dokument (ca. 500 kB)

 

Beachten Sie die vielfältigen Möglichkeiten eines Ergänzungsprogramms in Spitzbergen (auch maßgeschneidert), die Ihnen terra polaris bietet !
Persönlicher Informationstag zu den Expeditionskreuzfahrten im terra polaris Angebot nach Vereinbarung !

 

ORTELIUS

MV ORTELIUS: OTL05 Shetlands - Jan Mayen - Walsafari - Nordwestspitzbergen

Termin: 12/10 Tage - 15. (ab Vlissingen) oder 17. Juni (ab Aberdeen) bis 26. Juni 2012. Hauptsprache Englisch, min. 50, max. 112 Teilnehmer.
Preise:
€ 1300 bis € 2500 in Zweibettkabine/-suite.

Route: Hervorragende Möglichkeit, um einerseits den Übergang von Mitteleuropa bis in die hohe Arktis zu erleben und andererseits seltener besuchte Orte zu erreichen: die abgelegene Fair Isle (Shetlands), Mousa, Jan Mayen, Nordwestspitzbergen - jeweils mit Landungen (von aktuellen Bedingungen abhängig - 2010 gelangen auf Jan Mayen innerhalb einer Reise sogar 4 Landungen). Außerdem steuert die PLANCIUS weit hinauf in die Fram Straße (nördliche Grönlandsee), wo an der Treibeisgrenze gute Chancen auf spannende Walbeobachtungen bestehen (häufig: Blauwal, Finnwal, weitere Arten) - ebenso übrigens auch auf der übrigen Reiseroute. In Spitzbergen werden verschiedene Plätze im Nordwesten angesteuert - stark abhängig von der Eissituation.
Start wahlweise in Vlissingen (Niederlande) oder 2 Tage später in Aberdeen (Schottland). Nebenbei: eine der preisgünstigsten Arktis-Expeditionskreuzfahrten !

Initiates file downloadDetailinformationen (PDF mit 3,5 MB, 25 Seiten: Arktisreisen ANTARCTIC DREAM, ORTELIUS, PLANCIUS)

» Schiffsinformation MV ORTELIUS (PDF-Dokument ca. 500 kB) noch nicht fertiggestellt.

 


Letzte Änderung: 15.10.2011