Petunia Camp - Petuniabukta/Billefjord, Spitzbergen

Nordöstlich des Petunia Camp beginnt die stark vergletscherte Berg- und Eiswelt von Ny Friesland mit Spitzbergens höchsten Gipfeln.
Gipfelanstieg einer Tagestour vom Petunia Camp aus - unten der innere Billefjord und im Hintergrund der Nordenskiöldgletscher.
Die russische Geistersiedlung Pyramiden ist ebenso ein Tagestourziel ...
... wie der Hörbyegletscher mit seinen imposanten Moränen- und Eisformationen.
Geologisch hat die Umgebung des Petunia Camp einiges zu bieten - Fossiliensuche (oben) und Studien an einem der ältesten versteinerten Wälder der Erde (rechts).

Das Petunia-Camp wird seit Wiedereröffnung von Pyramiden (2009) nur noch für Sonderarrangements eingerichtet und betrieben.

Am Ende des nördlichsten Ausläufers des Isfjords (Eisfjords) gelegen, zeichnet sich das Petunia Camp vor allem durch eine große Vielfalt von hier aus möglicher kürzerer oder längerer Touren aus. In Zentral-Spitzbergen gelegen,  ist die Umgebung von eher scharf geschnittenen Plateaubergen geprägt, die jedoch durch geologische Faltungen und Verwerfungen, sowie die ausgrabende Wirkung der eiszeitlichen Gletscher eine zusätzliche Formenvielfalt erhalten hat. Mehrere Gipfel mit abwechslungsreicher Fernsicht über die Berg-, Gletscher- und Fjordwelt, kleine Inlandgletscher und der imposante Hörbyegletscher (Hørbyebreen) mit seinen gewaltigen Moränenstrukturen, die russische Geistersiedlung Pyramiden und als längere Tagestour die bizarre Felsformation Tarantellen bieten eine Vielzahl interessanter Tageswanderungen für unterschiedliche Wetterverhältnisse.
Gleichzeitig liegt das Petunia Camp auch ideal als Ausgangs- oder Endpunkt mehrtägiger Touren in die einsamen Täler des Dickson Land, zu den gewaltigen Gletschern von Ny Friesland oder zum einen Tagesmarsch entfernten Gletscher Camp an der imposanten Abbruchfront des Nordenskiöldgletscher (Nordenskiöldbreen).

Spannend auch die Details der umliegenden Natur:
Geologisch sind Sedimente vom frühen/mittleren Devon (ca. 400 Millionen Jahre) über das Karbon bis ins mittlere Perm (ca. 250 Millionen Jahre) vertreten, die eine Vielfalt an Fossilien (Schuppenbäume, Panzerfische, Korallen, Schwämme, etc.) bieten - durchbrochen von den in der Billefjord Verwerfungszone nach oben geschobenen dunkelroten kristallinen Metamorphiten, die auch optisch einen auffälligen Kontrast zu den umgebenden überwiegend hellen Sedimenten bilden.
Der relativ geschützte innerste Billefjord bietet eine sehr vielfältige Pflanzenwelt und Vogelfreunde freuen sich unter anderem am Camp über gelegentlichen Besuch der schneeweißen Elfenbeinmöwe (pagophilea eburnea).

Erreichbarkeit: Per Fjordboot ab Longyearbyen, sobald das schwindende Fjordeis es zuläßt (Ende Juni/Anfang Juli). Zu fuß von Pyramiden (ca. 5 km) bzw. vom Gletschercamp (ca. 16 km).

Technische Hinweise:
Im weiteren Umkreis von ca. 3-6 km um das Gletschercamp gibt es einzelne Punkte, von denen aus in der Regel Verbindung für GSM Mobiltelefone möglich ist, darunter auch Pyramiden.
Für Trekkings zwischen Petuniacamp und Gletschercamp sind wegen 2 Flußquerungen kniehohe Gummistiefel mit einer bei Bedarf bis zum Schritt hochziehbaren Verlängerung aus einem leichteren Material dringend anzuraten, bzw. werden von Veranstaltern gefordert.

Einschränkungen: Bis Ende Juni ist der innere Billefjord in etlichen Jahren noch von Wintereis blockiert, nur ausnahmsweise auch noch in den Juli hinein. Darüber hinaus können mit geringer Wahrscheinlichkeit frei schwimmende Treibeisfelder die Bucht auch zu anderen Zeiten des Sommers vorübergehend blockieren. Bei sehr ungünstigem Wind/Seegang kann ausnahmsweise das Landen problematisch sein. Derartige natürliche aktuelle Faktoren können zur Wahl von anderen Landeplätzen (und daraus resultierend eventuell weiterem Weg vom/zum Camp) oder zu zeitlichen Verschiebungen innerhalb eines Reiseprogramms (Absetzen/Abholen an anderem Tag) oder - extrem selten (nur alle paar Jahre an einzelnem Termin) - zum Ersatz dieses Camps durch ein anderes in einem anderen Teil des Isfjords führen.

Ausstattung: In der Grundausstattung ist das Camp mit geräumigen Baumwoll-Basiszelten (Mittelhöhe 2,60 m, Bodendurchmesser 4-5 m, das natürliche Material zeichnet sich durch hohe Atmungsaktivität aus - selbst bei Kochen im Zelt kaum Kondenswasser) sowie einfacher Gruppen-Kochausrüstung ausgestattet und wird aus Sicherheitsgründen (Sturm, Eisbären) von abgehenden Gruppen am Platz eingelagert und von ankommenden Gruppen wieder aufgestellt. Isomatten werden an die Teilnehmer in Longyearbyen ausgegeben und von jedem Reisenden ins Camp mitgebracht. Bei Sonderarrangements können abweichende Ausrüstungsdetails vereinbart werden.

Bitte lesen: Wichtige allgemeine Informationen zu » Wildnis-Zeltcamps in Spitzbergen

Nutzung: Das Petunia Camp wurde von Spitsbergen Tours im Juli und August in den Sommern 2001 - 2008 betrieben, als vorübergehend in Pyramiden keine Unterkünfte zur Verfügung standen und kann erneut eingerichtet werden, falls es Probleme mit Pyramiden geben sollte. Es dient daher primär als Alternative für Pyramiden für folgende Programme:
Varianten von Eisfjord - Boot, Wandern und Trekking,
Sonderarrangements nach Kundenwunsch.

Für Sonderarrangements kann das Petunia Camp ebenfalls eingerichtet werden - etwa wenn dies für bestimmte gewünschte Exkursionen in seiner Umgebung zweckmäßig ist (Geologie, Glaziologie). Der Lage entsprechend, erschließt das Petunia Camp etwas nördlichere Gebiete für Exkursionen als Pyramiden, ein guter Teil der Exkursionsmöglichkeiten ist von Pyramiden oder dem Petunia Camp jedoch aufgrund des geringen Abstandes (ca. 5 km) überlappend.


Last Modification: 22.02.2012